Homœo Consult · homoeoconsult.ch

Anleitung für
Therapeutinnen und Therapeuten

„Exklusiv aber nicht Elitär"
Klassische Homöopathie · Hahnemann · Bönninghausen
Einleitung

Was ist Homœo Consult?

Homœo Consult ist ein KI-gestütztes Werkzeug zur klassischen Symptomrepertorisation nach der Methode von Hahnemann und Bönninghausen. Es richtet sich an erfahrene Homöopathen, die eine methodisch saubere, reproduzierbare Unterstützung im Repertorisationsprozess suchen.

Das Programm ist kein Entscheidungsautomat. Es ist ein Denkwerkzeug — es hilft, die Symptomzeichen systematisch zu erfassen und auf dieser Grundlage ein begründetes Simile zu entwickeln.

Methodische Grundlage: Das Prinzip des §153 — das Auffallende, Charakteristische als höchstes Gewichtungskriterium bei der Mittelwahl — stammt von Hahnemann selbst (Organon) und steht über dem gesamten System. Bönninghausen gliederte darauf aufbauend jedes Symptom in vier Grundbestandteile: Lokalisation, Empfindung, Modalität und Begleiterscheinungen. Homœo Consult erweitert diese analytische Basis um Geist (§210ff), Seite und NWS (Never Well Since) — als praxisnahe Synthese der Hahnemann'schen Linie. Gemütssymptome fliessen dabei als eines der Zeichen ein, nicht als hierarchisch übergeordnete Kategorie im Sinne Kents. Kent und seine Derivate (Synthesis, Complete Repertory) sind bewusst nicht integriert.

Methodik

Die sieben Zeichen

Ausgehend vom Leitmotiv §153 (dem Auffallenden, Eigentümlichen) erfasst Homœo Consult jedes Symptom zusätzlich in sieben Zeichen: den vier Grundbestandteilen nach Bönninghausen sowie den drei von Dr. Loder eingeführten Ergänzungen. Diese erscheinen als Tooltips direkt bei den Eingabefeldern:

ZeichenHerkunftBedeutung / Eingabe
LokalisationBönninghausenWo genau tritt die Beschwerde auf
EmpfindungBönninghausenWie fühlt sich das Symptom an (brennend, stechend, dumpf …)
ModalitätBönninghausenWodurch wird es besser oder schlechter
BegleitsymptomBönninghausenWas begleitet die Hauptbeschwerde
GeistErgänzung Dr. Loder (§210 ff.)Gemütszustand, Charakterzüge, Wünsche/Abneigungen
SeiteErgänzung Dr. LoderBevorzugte Körperseite, Wanderung, gekreuzte Symptome
NWSErgänzung Dr. LoderNie wieder gesund seit — Auslöser des Krankheitsbeginns

§153 — das Eigentümliche ist ein zusätzliches, achtes Feld: das auffallend Sonderliche, Ungewöhnliche am Fall (nach Organon §153), das bei der Repertorisation stets die höchste Gewichtung erhält — unabhängig von den sieben Zeichen.

Workflow

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1
Patient anlegen oder öffnen Unter „Patientengeschichte" einen neuen Patienten anlegen (Name, Geburtsdatum) oder einen bestehenden öffnen. Dann „Neue Sitzung" wählen, um die aktuelle Konsultation zu dokumentieren.
2
Symptome erfassen Die Felder ausfüllen: Lokalisation, Empfindung, Modalitäten (Verbesserung / Verschlechterung), Begleitsymptome und das Peculiare (§153). Jedes Feld akzeptiert Freitext; Tooltips zeigen die methodische Bedeutung.
3
Repertorisation starten Auf „Repertorisieren" klicken. Die KI analysiert die Eingaben auf Basis der Bönninghausen-Methodik und gibt eine gewichtete Mittelübersicht zurück. Die Rangfolge der Mittel ist transparent begründet.
4
Symptomenlexikon-Quercheck (SL) Der SL-Quercheck bietet sechs Paar-Kombinationen der Symptome und vergleicht diese mit dem Bönninghausen-Repertorium. Ein „Bönninghausen-Bestätigungs-Badge" erscheint, wenn Übereinstimmungen vorliegen. Hinweis: Der SL-Quercheck ist eine KI-basierte Annäherung, kein direkter Datenbankabgleich.
5
Materia Medica & Differenzierung Über den integrierten Materia-Medica-Button können die Kandidatenmittel direkt verglichen werden. Peculiare und Concomitantia liefern hier die entscheidenden Differenzierungshinweise.
6
Differentialdiagnose Zwei Mittel direkt gegenüberstellen und polarisierende Unterschiede auf einen Blick erkennen — übersichtlich tabellarisch dargestellt.
7
Sitzung speichern und exportieren Die Sitzung wird automatisch in der Patientengeschichte gespeichert. Export als PDF (für die Krankengeschichte) oder JSON (für Backup / Übertrag) ist möglich.
Für erfahrene Anwender

Methodische Hinweise

Modalitäten präzise formulieren

Die Qualität der Repertorisation hängt direkt von der Präzision der Modalitäteneingabe ab. Unterscheiden Sie konsequent zwischen Verbesserung und Verschlechterung und notieren Sie den Kontext (Wärme, Kälte, Bewegung, Ruhe, Tageszeit, Witterung).

§153 — Das Peculiare nicht vernachlässigen

Das eigentümliche, seltene, auffallende Zeichen ist methodisch das wertvollste. Geben Sie hier an, was nicht pathophysiologisch erklärt werden kann — das Zeichen, das den Patienten von hundert anderen mit ähnlicher Diagnose unterscheidet.

Stimmeingabe verwenden

Alle Felder unterstützen Spracheingabe. Dies ermöglicht eine flüssige Erfassung während der Konsultation, ohne dass Sie zwischen Patient und Bildschirm wechseln müssen.

Die KI „erfindet" keine Symptome — sie gewichtet nur das, was Sie eingeben.
Bei unklarer Ausgabe: Modalitäten konkretisieren und erneut repertorisieren.
Der SL-Quercheck ergänzt — er ersetzt nicht die Gesamtschau des Therapeuten.
Kameraeingabe ermöglicht die Analyse handgeschriebener Notizen oder Bildmaterial.
Mehrere Sitzungen pro Patient ermöglichen Verlaufsvergleiche.
Zugang

Lizenz und Datenschutz

Homœo Consult ist als Webapplikation ohne Installation direkt unter homoeoconsult.ch zugänglich, sowie als Android-App über Google Play. Die App läuft auf allen modernen Geräten (Desktop, Tablet, Smartphone).

Patientendaten verbleiben lokal auf Ihrem Gerät (LocalStorage). Es werden keine Patientendaten an Server übertragen. Die KI-Anfragen zur Repertorisation enthalten nur die eingegebenen Symptome — keine Patientenidentifikation.

Fragen oder Feedback? Schreiben Sie an info@homoeoconsult.ch — Dr. med. Michael M. Loder, Arzt und Homöopath, Basel.